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Die Unverbesserlichen

Kann ein Tier unverbesserlich sein?
Vielleicht auf verschiedener Art und Weise.
Zum Beispiel; 
Wie sich das Tier verhält?   
Oder welchen Klang das Tier produziert?

Nehmen wir den Klang eines Murmeltiers.  Ich hörte ein Murmeltier, bevor ich ihn sah. Ich habe erst eine Skulptur von einem Murmeltier gemacht, nachdem ich ihn in den Bergen beobachten konnte. In meinem Atelier  schaue ich mir die Skulptur die ich gemacht habe an. Fast gleichzeitig denke ich an den Klang den sie erzeugen. Dieser „unverbesserliche“ Klang, ein sehr hoher Pfeifton, den nur dieses Tier machen kann.

Ein anderer Ansatz ist, dass einige Künstler “unverbesserlich“ sind.

Auf meinem Tisch in meinem Atelier liegt jetzt ein Buch mit Fotos von Michelangelo‘s  Pieta Skulpturen. Ich sehe sie mir in Ehrfurcht an, eine Art Anbetung.  Ich lasse mich aber nicht davon abhalten mich durch sie inspirieren zu lassen.
Dieselbe Anbetung fühle ich auch für Rembrandt. In der Serie von Hommagen, an der  ich arbeite,  mache ich eine Zeichnung in Stein des schlafenden Hundes, nach einer Rembrandt Radierung. Wenn ich das mache merke ich noch mehr wie jeder Kratzer in dieser Arbeit funktionell  und „unverbesserlich“ ist.
Es ist unmöglich sich ihrer raffinierten Arbeitsweise an zu nähern.  Dennoch wäre es schade, nichts mehr zu tun. Ich gehe an die Arbeit und mache eine neue Skulptur und gehe den Kampf an. Nicht mit Rembrandt oder Michelangelo. Nein, mit mir und dem Material. Ich versuche die Form und das Material so zu verwenden, dass ein natürliches Werk geschaffen wird.  Ich weiß,  dass Michelangelo und Rembrandt nie zu übertreffen sind, aber das soll auch nicht so sein.

Text bei Ausstellung die Unverbesserlichen
Galerie Classico, maart 2020

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